Medienerziehung

Als Teilbereich der Medienpädagogik bezieht sich die Medienerziehung auf eine praktische Pädagogikarbeit im Bereich moderner Medien. Das Hauptziel dieser Disziplin ist die Ausbildung einer Medienkompetenz und das Verfügen über einen bewussten, selektiven, produktiven und auch kritischen Umgang mit Ton- und Bildmedien. Kinder, Jugendliche und mitunter auch junge Erwachsene sollen Medien als Werkzeug für die Erschließung von Wissen (einer spezifischen Kultur) einsetzen können.

Bestandteil deutscher Lehrpläne

Durch Medienerziehung kann eine große Teilhabe an einer bestimmten Wissensgesellschaft hergestellt werden: Als klassische Themenfelder – vor allem in schulischer Medienpädagogik – dient dabei der Wissenserwerb über die Teilbereiche „Medienanalyse“, „Mediengestaltung“ und „Massenmedien“. Dabei ist in einigen Lehrplänen verschiedener Bundesländer der Medienunterricht ein verpflichtender Bestandteil der Curricula. Medienkunde ist dabei allerdings kein eigenständiges Unterrichtsfach, sondern der inhaltliche Gegenstand des Unterrichtens in einer Reihe von unterschiedlichen Fächern.

Medienerziehung

Aufgabenbereich und Zielsetzung

Medienerziehung möchte diejenigen Fertigkeiten vermitteln, die es innerhalb eines Bildungsprozesses benötigt, um spezifische, fachbezogene Lehrziele durch das Einsetzen von modernen Medien zu erreichen bzw. konkrete Zusammenhänge mithilfe neuer Technologien und Medien darzustellen.

Dabei soll der Umgang mit den Medien den Unterricht in erster Linie effektiver gestalten und das Lernen effizienter machen (hier spricht man von der so genannten „Ziel-Mittel-Relation). Medien gelten in diesem Rahmen als kommunikationsgestaltende und -fördernde Mittel, die zu einer schülerorientierten Funktionsweise führen sollen. Dabei hat es sich die Medienerziehung zu ihrer Aufgabe gemacht, die aktive Auseinandersetzung der Lernenden mit ihrer (medialen) Lernumgebung zu fordern und zu fördern.

Regeln und Grenzen

Will man einen konstruktiven und sinnvollen Umgang mit modernen Medien vermitteln, stellt sich dies in einem Prozess dar. Der Lernprozess sollte stets in kleinen Schritten erfolgen, um das Kindergartenkind bzw. den Schüler nicht zu üverfordern. Um eine ungefilterte Einflussnahme verschiedener Medien wie Fernsehen, Computerspiele und andere elektronische Technologien auf die kleinen Menschenleben zu umgehen, muss das durch Medien Gesehene und Erlebte stückweise in die Lebenswelt eingeordnet werden. Trotz aller Anziehungskraft, die von den verschiedenen Medien ausgeht, müssen Lernende zudem vermittelt bekommen, dass diese Dinge in ihrer Hauptsache der Wissensvermittlung und dem Erfahrungsschatz dienen. Daher gehört zu einer optimalen und fördernden Medienerziehung auch, dass der Heranwachsende vor einer schädigenden Überforderung durch moderne Medien geschützt wird.

Dabei ist auch das Alter und der Zeitpunkt ein wichtiger Ausgangspunkt, ab wann sich Kinder überhaupt mit Medien beschäftigen sollen. Abhängig von ihrem Entwickungsstand und den bisherigen Medienerfahrungen nutzen, verstehen und interpretieren Kinder Medien unterschiedlich. Bei älteren Kindern bzw. Jugendlichen spielt dabei auch die aktuelle Lebenssituation und das derzeitige Interessengebiet eine wichtige Rolle. Daher unterscheidet sich auch ein „geeignetes Einstiegsalter“ hinsichtlich der Nutzung verschiedener Medien. Die folgende Alterseinordnung kann dabei eine orientierende Richtlinie darstellen:

3: Kein Einsatz von Bildschirmedien unter 3 Jahren!
6: Keine (eigene) Konsole zum Spielen vor 6 Jahren!
9: Kein (eigenes) Handy/Smartphone vor 9 Jahren!
12: Keine (unbeaufsichtigte) Internetnutzung vor 12 Jahren!